„Sozialarbeit lehren“ – klinische Sozialarbeit erörtert

08.05.2006 von meinsupervisor

Im Rahmen der Veranstaltung "Sozialarbeit lehren" trafen sich 4.-5. Mai 2006 in Linz die Lehrenden der österreichischen FH-Studiengänge "Sozialarbeit". Mittels der Open Space- Methode wurden verschiedene Themen erörtert, unter anderem auch "klinische Sozialarbeit":

Klinische Sozialarbeit ist behandelnde Sozialarbeit und zielt auf Veränderung ab. Sie ist wissenschaftlich ("klinisch" = "am Bett" = am Klienten in der Praxis erforscht) begründet und beschäftigt sich mit der Fragestellung: "was wirkt?" und diese Erkenntnisse fließen wieder in die Praxis "behandelnder Sozialarbeit" ein. Klinische Sozialarbeit ist nicht mit "Sozialarbeit im Gesundheitswesen" gleichzusetzen sondern betrifft alle Handlungsfelder der Sozialarbeit (zB auch Jugendwohlfahrt, Bewährungshilfe etc.) Krankenhaus-Sozialarbeit macht nicht unbedingt "klinische Sozialarbeit" (insbesonder dann nich wenn sie ausschließlich ressourcenorientierte Vermittlung betreibt bzw. Formulare ausfüllt!). Klinische Sozialarbeit ist in Deutschland inzwischen eine eigene "Fachsozialarbeit" mit einem eigenständigen "Berufsregister" (http://www.klinische-Sozialarbeit.de), es gibt dort einen Masterstudiengang für klinische Sozialarbeit (Berlin-Coburg). In den USA hat Clinical Social Work (CSW) eine lange Tradition und diese wird in den letzten Jahren konzeptionell auf den deutschen Sprachraum übertragen bzw. gegenwärtig auf die Bedingungen in Deutschland adaptiert.

Problematisiert wird, dass aufgrund der unterschiedlichen Entwicklung in Österreich (insbesondere dadurch, dass in Österreich "behandeln" spätestens seit Einführung des Psychotherapiegesetzes üblicherweise nicht mehr der Berufsgruppe der SozialarbeiterInnen zugerechnet wird, und somit sogar die – in Deutschland üblichere – "Sozialtherapie" in Österreich einen speziellen Erklärungsbedarf hat…) SozialarbeiterInnen, die an diesem Thema interessiert sind, hierzulande meist an die Berufsgruppe der Psychotherapeuten verloren gehen.

  • klinische Sozialarbeit ist somit quer über die Handlungsfelder hinweg zu thematisieren
  • klinische Sozialarbeit ist über alle FH´s hinweg zu thematisieren und in den Unterricht und in die Forschungskonzeptionen einzubauen
  • Campus Wien plant Masterstudiengang "klinische Sozialarbeit", offensichtlich gibt es auch an anderen Studiengängen, zB auch in Vorarlberg
  • der thematische Austausch über die FH´s hinweg wird angeregt
  • Richard Köppl thematisiert "klinische Sozialarbeit" immer wieder im Rahmen der von ihm veranstalteten Tagungen "Sozialarbeit im Gesundheitswesen"

DSA Richard Köppl (FH St. Pölten) und Mag. Höllmüller (FH Feldkirchen/Technikum Kärnten) wollen an diesem Thema weiterarbeiten und es wurde auch bereits angedacht eine Veranstaltung zu organisieren. Mag. Marianne Roessler (FH Campus Wien) wird sich ihnen anschließen.

Fotos von der Tagung

07.05.2006 von meinsupervisor

unter www.fotos.mein-Supervisor.at finden Sie ein paar Fotos von der Tagung "Sozialarbeit im Gesundheitswesen" 6.-7. März 2006 in Salzburg – sowie von den Flip-Charts, auf denen die TagungsteilnehmerInnen die von ihnen wahrgenommenen Entwicklungen in den Bundesländern zusammengefasst haben, zu den Fragestellungen: Welche Tendenzen gibt es? Wo werden Sozialarbeiterstellen abgebaut? Wo sind neue Stellen hinzugekommen?

Nachdem die Fotos zuerst hier veröffentlicht worden waren, wurden Sie mangels Größeneinpassung nun hier wieder entfernt und unter o.a. Adresse zur Verfügung gestellt.

Tagung „Sozialarbeit im Gesundheitswesen“ Salzburg, 6.-7.3.2006

13.02.2006 von meinsupervisor

TAGUNGSPROGRAMM

Montag 6.3.2006
09:00 Anreise Einchecken
09:30 Begrüßung Organisatorisches & Einführung

10:00 Prof. Dr. Holger Baumgartner (Innsbruck)
„Die Ethikkommission“

10:30 Dipl.Soz.Arb. Walter Janovski (Wuppertal)
„Soziotherapie in der Suchtkrankenhilfe”

11:00 Pause

11:15 DSA Christoph Redelsteiner, M.Sc. (Wien)
„ISO Zertifizierung und Sozialarbeit – ein Widerspruch?”

11:45 Plenum: Entsendung in Arbeitskreise
12:00 Mittagspause

13:30 Parallele Arbeitskreise: AK1, AK2, AK3;

15:30 Pause
15:45 Plenum: Präsentation der Arbeitskreisergebnisse

19:30 Rahmenprogramm

Dienstag 7.3.2006

09:00 Bundesländerrundblick

10:00 DSA Karl W. Bitschnau, MAS (Hohenems)
„Palliatve Sozialarbeit “

10:30 Dr. Christine Koska (Wien):
„Die Bedürfnisse der Kinder von Psychotikern”

11:00 Pause

11:15 Dr. Hans-Joachim Fuchs (Wien)
„Familienmedizin – was ist das?”

11:45 Plenum: Entsendung in Arbeitskreise
12:00 Mittagspause

13:30 Parallele Arbeitskreise: AK A, AK B, AK C;

15:30 Pause

15:45 Plenum: Präsentation der Arbeitskreisergebnisse
- Wünsche an die Zukunft

16:30 (ca..) Tagungsende

REFERENTINNEN

Holger Baumgartner
Arzt, Univ.Prof. Dr. med., Stellvertretender Vorsitzender und Geschäftsführer der Ethikkommission der Medizinischen Fakultät der Universität Innsbruck, Mitglied der Bioethikkommission beim Bundeskanzleramt, als Vertreter Österreichs in bioethischen Belangen Mitglied in verschiedenen Gremien der Europäischen Union, und des Europarates und seit 2001 in den Prozess der UNESCO-Bioethikdeklaration involviert; http://www.gruebi-tirol.at/dokumentationen/biomed.html http://www.austria.gv.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3457&Alias=bka

Karl W. Bitschnau
DSA, MAS (Palliative Care), Leiter der Hospitzbewegung Vorarlberg, stellvertretender Vorsitzender im Vorstand des Dachverbandes Hospiz Österreich, Mitautor der “Standards für Sozialarbeit im Bereich Palliative Care“; http://www.hospiz.at/pdf_dl/std_soz_arb.pdf

Hans Joachim Fuchs
Dr. med., Universitätslektor für Allgemeinmedizin, Arzt für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, Psychosoziale Medizin, Psychosomatische Medizin, Vorsorgemedizin und Arbeitsmedizin,Lehrpraxisleiter; Hsg. von “Wege zur patientenorientierten Medizin”, ÖÄK 2002; http://www.familienmedizin.net

Walter Janowski
Diplom-Sozialarbeiter/Sozialtherapeut (psychoanalytisch orientiert/VDR), Psychotherapeut (HPG), approbierter Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Lehrbeauftragter (Schwerpunkt Suchtprävention) im Fachbereich G (Bildungswissenschaften) der Bergischen Universität Gesamthochschule Wuppertal; Mitglied der Bundeskommission für Gesundheit und Soziales im Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW); Freiberuflich tätig;

Christine Koska
Dr. med., Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie und Kinderneuropsychiatrie; Psychotherapeutin; Stellvertretende ärztliche Leiterin der “Boje” – Ambulatorium für Kinder und Jugendliche in Krisensituationen – http://www.die-boje.at

Richard L. Köppl
DSA, Diplom für Sozialmanagement und Sozialmarketing, Supervisor, gewerbl. Sozial- und Lebensberater, Veranstalter der Fachtagungen “Sozialarbeit im Gesundheitswesen”, Lehrbeauftragter im Handlungsfeld “Sozialarbeit im Gesundheitswesen” an der FH St. Pölten; http://www.mein-Supervisor.at

Lieselotte Langebner
(angefragt) DSA Univ. Klinik Innsbruck für Neurologie SHG – Schlaganfallforum Tirol, Vorstandsmitglied im Dachverband „Selbsthilfe Tirol“ Mitglied der Ethikkommission der MedizinischenUniversität Innsbruck, http://www.schlaganfall-info.at/info/dachverband.html ; http://www.selbsthilfe-tirol.at/jahresbericht/JBMW.pdf

Susanne Nestler
DSA, Supervisorin, social.profit, Lehrgangsleitung Universitätslehrgang Sozialtherapie – Schwerpunkt Sucht (akadem. SozialtherapeutIn Schwerpunkt Sucht) am Zentrum für Psychosoziale Medizin der Donau-Universität Krems; http://www.zb-beratung.at ; http://www.socialprofit.at; http://www.donau-uni.ac.at

Christoph Redelsteiner
DSA, M.Sc., Wiener Rotes Kreuz, Leiter Qualitätsplanung und Rettungsdienst. War beim Aufbau von QM Systemen in verschiedenen Sozial- und Gesundheitseinrichtungen als Berater bzw. Auditor tätig; Lehrbeauftragter im Handlungsfeld “Sozialarbeit im Gesundheitswesen” an der FH St. Pölten; Diverse Publikationen im Bereich Qualitätsmanagement.

Andrea Viertelmayr
Mag.a (FH), wissenschaftliche Mitarbeiterin der FH St. Pölten (Projekt Donau EQUAL), verfasste Diplomarbeit, in der sie sich um Einblicke in die Situation von Kindern psychisch kranker Eltern bemühte: “Die kleinen vergessenen Angehörigen”; http://www.sozaktiv.at/archiv/2005/01/ein_einblick_zu.html

ARBEITSKREISE

Montag 06.03.2006, 13:30 – 15:30 Uhr

AK 1 – „Wie kommen SozialarbeiterInnen in die Ethikkommissionen,
und was sollen sie da?“
AK-Leitung: Prof. Dr. Holger Baumgartner
Co-Moderation; DSA Liselotte Langebner (angefragt)

AK 2 – „Soziotherapie im Suchtbereich“
AK-Leitung: Dipl.Soz.Arb. (FH) Walter Janowski
Co-Moderation: DSA Susanne Nestler

AK 3 – „Die Bedeutung von ISO Zertifizierungen
für die Sozialarbeit im Gesundheitswesen”
AK-Leitung: DSA Christoph Redelsteiner, MSC

Dienstag 07.03.2006, 13:30 – 15:30 Uhr

AK A – „Das Feld der palliativen Sozialarbeit“
AK-Leitung: DSA Karl W. Bitschnau, MAS

AK B – „Was können SozialarbeiterInnen
für die Kinder von psychisch Kranken tun?“
AK-Leitung: Dr. Christine Koska
Co-Moderation: Mag.a(FH) Andrea Viertelmayr

AK C „Wie kann die Kooperation zwischen HausärztInnen
und SozialarbeiterInnen verbessert werden?”
AK-Leitung: Dr. Hans-Joachim Fuchs

ORGANISATORISCHES

Zielgruppe: SozialarbeiterInnen [DSA, Mag(FH )] und StudentInnen der Sozialen Arbeit, die insbesondere im Gesundheitswesen beschäftigt sind, waren, oder tätig werden wollen. Insbesondere in den Arbeitskreisen B und C wendet sich das Angebot auch an interressierte KollegInnen aus dem Bereich der Jugendwohlfahrt.

Tagungsgebühr: € 120,– Frühbucherpreis bei Anmeldung bis zum 31.12.05 € 100,– Nächtigungskosten und Verpflegung sind nicht in der Tagungsgebühr inkludiert! Bei Anmeldung für nur einen Tag: € 96,– Frühbucher: € 80,–

Anmeldefrist: 1. 3. 2006

Anmeldung: per email unter anmeldung@mein-Supervisor.at oder per Fax unter ++43(0)66289033215 oder Deutschland ++49 – (0)721 – 151486637Anmeldeunterlagen und Einzahlungsschein werden zugesandt. Durch die Einzahlung des Tagungsbeitrages auf Kto. 1500509562 bei BLZ 20404 lt. auf Richard Köppl www.mein-Supervisor.at wird die Anmeldung definitiv, und ausgewählte Arbeitskreisplätze reserviert. Für Zahlungen aus dem EU-Raum nutzen Sie die spesenfreie Zahlung mittels IBAN und BIC . – IBAN: At802040401500509562 BIC: SBGSAT2S

Storno: Bei Storno bis zum 15.2.2006 werden 50 % Stornogebühr einbehalten, danach fallen 100% der Tagungsgebühr an. Der Veranstalter behält sich das Recht einer kurzfristigen Programmänderung vor. (z.B. bei Ausfall von ReferentInnen, deren Ersatz, Streichung von Arbeitskreisen, etc.)

Tagungsband: Eine Dokumentation der Tagung wird geplant, die Kosten dafür sind nicht in der Tagungsgebühr inkludiert.

Veranstalter: www.mein-Supervisor.at DSA Richard Köppl, A-5033 Salzburg, Postfach 84 Tel.: ++43-(0)662-890332 Fax: ++43-(0)662-89033215 office@mein-Supervisor.at

Zimmer: Für die Reservierung einer allenfalls notwendigen Unterkunft/Zimmer wenden Sie sich bitte direkt an das Bildungshaus St. Virgil: A-5026 Salzburg, Ernst-Grein-Str. 14, Tel. : ++43-(0)662-65901-0* Fax:- Dw.: 509 http://www.virgil.at email: office@virgil.at